Was hat der kleine Unternehmer im Social Web zu suchen?

Social Media Marketing hier, Social Web Auftritt da. Egal, wo man sich zumindest „halbprofessionell“ im Web bewegt, es heißt gegenüber von Unternehmern immer: „Gehen Sie ins Web – da müssen Sie und Ihr Unternehmen rein!“

Mittlerweile sind die ganz Großen wie Telekom, IBM und BASF beinahe alle im Social Web vertreten: Corporate Weblog, Facebook-Firmenseite, Twitter-Account, Youtube-Channel und wer weiß, was sonst noch alles. Es gibt ja mittlerweile gefühlte Abermillionen Web-Tools.

Jetzt existieren in Deutschland aber neben wenigen Konzernen, die sich mit einer ganzen Kommunikationsmannschaft ins Web aufgemacht haben, viele mittelständische und kleine Unternehmen. Die meisten von ihnen sind bisher mit ihrem Kundenkonzept ganz gut gefahren. Aber seit zwei Jahrzehnten bläst der regionalen Wirtschaft ein immer stärker werdender Globalisierungs-Wind entgegen, der sich während der letzten Wirtschaftskrise für manches Unternehmen zum Orkan auswuchs. Eins ist damit für regionale Unternehmen klar – so wie früher bleibt es nicht. Sie müssen raus, sich besser verkaufen, anders aufstellen, neue Kunden ansprechen. Nur wie?

Social Web – ein Ort für Sie!??
Selbst der letzte Hinterwälder hat jetzt mitgekriegt,  dass es dafür etwas gibt, im Internet, wo alle sind. Wo man die Welt berühren kann, ohne aus den Produktionsstätten oder Büros raus zu müssen. Potentielle Kunden einfach so in ihrem Computer ansprechen. Wie toll, wie einfach. Doch eine Besonderheit deutscher Unternehmer ist es, dass sie fast immer neben den Vorteilen auch sämtliche Nachteile ausfindig machen.

Nachteil für eine neue Kundenansprache im Social Web ist, dass diese mindestens genauso weitläufig ist, wie die reale Umwelt. Und das man im Social Web genauso Fehler machen kann, wie andernorts. Das man nicht weiß, wo sich wer gerade versteckt. Das Unangenehme an der Sache – im Social Web kann tatsächlich jeder live zusehen – beim Fehlermachen. Und alles, was einmal im Social Web drin ist, kann von cleveren Computer-Nerds auch wieder rausgebracht werden. Welcher Unternehmer will, dass seine Firmendaten auf den Markt geworfen werden? Denn soviel ist klar, wer ins Social Web will, öffnet der Welt die Firmentür – nur das die Einbrecher dann nicht mehr Klaus und Harry heißen, sondern Trojaner etc. Und überhaupt – warum soll man sich in Gefahr begeben, aufmachen, in etwas, dass man nicht kennt, dass Mühe und Investitionen bedeutet, solange der Karren noch nicht untergeht? Deswegen sind viele Unternehmer und Geschäftsführer unsicher – informieren ja, aber wirklich im Social Web mitmachen?

Social Web ist keine Kontaktbörse für Unternehmer
Fest steht, es gibt zahlreiche Agenturen, Berater und andere windige Hunde, die mit Ellbogentaktik jeden Unternehmer ins Social Web kicken. Ganz frei dem Motto: „Ihr Firmenglück finden Sie im Web – Sie müssen einfach nur kommunizieren, dort finden Sie neue Kunden. Und Investoren. Und geeignetes Personal. Und, und, und….Passieren wird Ihnen schon nichts – sich mitteilen kann ja jeder. Im Social Web dürfen Sie sie selbst sein!“

Und das ist unverantwortlich. Denn das Social Web ist wie jedes andere Medium ein ernstzunehmender Raum, in dem das Unternehmens-Image saftig badengehen kann. Und im Social Web sprechen Sie genauso wie mit anderen Medien Menschen an – oder versuchen es wenigstens. Wer aber einfach im Social Web rumpoltert und User mit Werbebotschaften penetriert, der schmeißt sein Geld aus dem Fenster. Die Netzgemeinde sucht sich nämlich selbst aus, mit wem sie redet oder wer sie kontaktieren darf.

Sie brauchen: Einen Fahrplan fürs Social Web
Wer ins Social Web geht, kommuniziert. Und Kommunikation muss wie in jedem anderen Medium strategisch geplant und umgesetzt werden – vorausgesetzt, man will von den Kommunikationsbemühungen profitieren. Und genau da ist das Hauptproblem der Unternehmenskommunikation allgemein, und für die Kommunikation im Social Web insbesondere:

Kommunikation muss strategisch geplant und gezielt vermarktet werden, um mit möglichst wenigen Mitteln möglichst langfristig erfolgreich zu sein. Entscheident ist zudem, dass Sie sich von der Massenkommunikation abheben und ihrer Zielgruppe echten Mehrwert bieten.

Große Unternehmen haben allgemein mehr Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit als Mittelständische. Sie haben in der Regel extra Personal dafür, dass regelmäßig mit den Medien, mit den Kunden „nach Plan kommuniziert“. Aber der kleine mittelständische Kunststoffverarbeitungs-Unternehmer sagt zu seiner Sekretärin: „Ich brauche mal einen Termin mit Hans-Gerd, dem Autozulieferer. Aus Eschbüttelborn.“ Oder so ähnlich. Kommunikation ist beides. Letzteres vielleicht sogar erfolgreicher –  jedenfalls langlebiger. Persönliche Kontakte abzubrechen, ist schwerer als ein Werbesenden in die Mülltonne zu kloppen. Eine Marketing-Strategie für seine Kundenkommunikation hat der kleine Unternehmer höchstwahrscheinlich nicht. Wenn er aber über seine bisherigen Kundenkontakte und über sein bekanntes Umfeld hinaus potentielle Kunden und Partner ansprechen muss, hat er ein Problem. Er weiß weder wo, noch wie oder wen er ansprechen muss – geschweige denn im Social Web.

Mit strategischer Kommunikation sattelfest in die Zukunft
Damit kleine und mittelständische Unternehmen in der anonymen, großen Kundenmasse ihre Kunden finden, müssen sie gezielt die Richtigen ansprechen. Entscheidende Fragen sind dabei: Wen will ich erreichen? Was will ich ihnen sagen? Dafür müssen die Unternehmen ihr Profil schärfen, denn den potentiellen Kunden muss in sehr kurzer Zeit klar werden, warum sie gerade Ihr Unternehmen brauchen. Tun Sie es nicht, macht es ein anderer.

Dafür müssen Unternehmen aber genau wissen, wer sie sind und was ihr Wettbewerbsvorteil ist. Und woher wissen Sie, wie Sie ihre Kunden ansprechen müssen? Und mit welchen Hilfsmitteln sprechen Sie sie am besten an? Der persönliche Kontakt ist außerhalb Ihres Umfelds, außer auf Messen, raus, und das Telefon können Sie vergessen – die meisten Sekretärinnen sind für die Kundenakquise unüberwindbare Festungen.

Die klassischen W-Fragen werden im Rahmen einer Kommunikationsstrategie abgehandelt. Je genauer Ihre Strategie ist, um so genauer können Sie kommunizieren. Eine strategische Kommunikation mit gezielter Vermarktung ist immer individuell, nein, sie MUSS individuell und persönlich sein. Denn gerade in Zeiten von Informationsfluten werden Menschen, und somit potentielle Kunden, regelrecht von unseriösen, unnötigen und schlechten Angeboten zugeschwemmt. Sorgen Sie im Rahmen Ihrer Kommunikationsstrategie, dass Ihre Zielgruppen Sie nicht als nervig und unseriös wahrnehmen. Das bedeutet in Bezug auf Social Media – wenn Ihre Kundengruppe nicht im sozialen Web unterwegs ist, penetrieren Sie nicht andere Gruppen mit Ihren Botschaften. Sie werden Sie im besten Fall ignorieren und im ungünstigen Fall sich in ihrem Umfeld über Sie beschweren. In Ihrem Interesse – achten Sie darauf, dass Sie bei der Entwicklung Ihrer Kommunikationsstrategie intensiv gelöchert werden – denn: Wer nicht fragt, bleibt dumm – und somit auch Ihre Kommunikationsstrategie. Wer Sie genau analysiert und die Informationen konsequent und detailliert auswertet, kann Ihnen eine Kommunikationsstrategie auf den Leib schneidern –  mit den für Sie und ihren Zielgruppen passenden Medien.

Vielleicht – für den einen oder anderen Unternehmer ganz bestimmt – könnte deswegen die Antwort Ihrer maßgenschneiderten Kommunikationsstrategie auf Social Media auch ein klares NEIN sein. Social Media bietet viel, aber nicht alles.

Als Hinweis für alle kleinen und mittelständischen Unternehmen, die sich Gedanken über Social Media machen, erhalten durch die sehr interessante und gut verständliche Bachelor-Arbeit von Diego Brinner einen fundierten Überblick. Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Wünsche haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

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4 Kommentare zu Was hat der kleine Unternehmer im Social Web zu suchen?

  1. Hey, finde echt super was ihr hier macht !

  2. Vielen Dank für den Beitrag! Als einer der günstigsten Anbieter inkl aller Nebenkosten ab 200 EUR helfen wir gerne aus.

    • Joerg sagt:

      Danke für das Angebot. Der Preis ist wichtig, entscheidend ist unseres Erachtens aber das Preis-Leistungs-Verhältnis. Gute Qualität ist wirtschaftlicher

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