Die 10 Ängste vor Social Media

Social Media ist in aller Mund und nach landläufiger Meinung ein Muss für jedes Unternehmen. Zahlreiche Analysen und Statistiken begründen eindrucksvoll, wie wertvoll dies ist. Und dennoch gibt es eine große Skepsis und Zurückhaltung in vielen Unternehmen gegenüber dem Thema. Der Verweis auf zu hohe Kosten und den Aufwand sind nur ein Teil der Wahrheit – meist sind sie vorgeschoben.

Doch was sind die eigentlichen Gründe für eine abwartende Haltung? In unserer Arbeit begegnen wir immer wieder den folgenden 10 Ängsten:

  1. Neu und Ungewohnt: Social Media ist ein vergleichbar neues Medium, es ist ungewohnt und technisch. Neues verursacht bei vielen Menschen Unsicherheit, sie reagieren vorsichtig und abwartend – ganz nach einem menschlichen Urinstinkt.
  2. Komplexität: Social Media ist extrem vielfältig und komplex. Jeden Tag entstehen neue Angebote und Plattformen, andere verschwinden. Typische Fragen sind: Wer soll das alles kontrollieren? Und da müssen wir auch noch rein?
  3. Kontrollverlust: Bis vor einigen Jahren galt das Credo, die gesamte Kommunikation eines Unternehmens hat zentral gesteuert zu werden. Man entscheidet, welche Information wann und wie veröffentlicht werden. Mit Social Media hat man diese Steuerung nicht mehr in dieser Form in der Hand; man kann die Meinungen beeinflussen – nicht mehr. Dieser Kontrollverlust erzeugt Ängste – gerade auch bei vielen Entscheidern.
  4. Damit einher geht die Angst vor Offenheit und Transparenz. Entscheidungen, Prozesse, Schwächen werden für alle offen – für Kunden, potentielle Kunden, Mitarbeiter, der Konkurrenz.  Dabei gibt es die Vorstellung, dass alles offen gelegt werden muss.
  5. Social Media ist schnell. Diese Geschwindigkeit erzeugt einerseits die Hoffnung auf ein schnelles Geschäft; doch auf der anderen Seite überwiegt die Angst – etwas zu verpassen, nachts und am Wochenende nicht reagieren zu können oder auch den Aufwand nicht zu schaffen.
  6. Social Media sorgt auch für eine Identitätskrise. Eingeführte Aufgaben und Prozesse im Marketing funktionieren nicht mehr so wie gewohnt; junge Menschen sind schneller und sicherer mit dem Medium. Erfahrung und Qualität – so die Vorstellung – zählen immer wieder. Die eigene Rolle, das eigene Handeln und damit auch etwas die eigene Identität werden plötzlich hinterfragt.
  7. Angst vor Aktionismus. Die Dot-Com-Blase ist noch im Hinterkopf. Wir müssen ins Internet, wir müssen in Second-life – warum wissen wir nicht, aber alle Experten sagen es. Der Vergleich ist da. Daher warten viele Unternehmen ab – nur kein Aktionismus, denn dafür haben wir keine Zeit und kein Geld.
  8. Uns es gibt die Angst des „Bereits-zu-spät-Seins„. Andere Unternehmen sind – so die Vorstellung – viel früher in Social Media eingestiegen und sie hätten einen so großen Vorsprung, dass sich ein Einstieg nicht mehr lohne.
  9. Die Angst vor dem Aufwand. Social Media bedarf zusätzliche Mitarbeiter, umfangreiche organisatorische Regelungen wie eine Social-Media-Guideline oder erheblicher finanzieller Mittel für eine Agentur. Dass man klein und bedarfsgerecht beginnen kann (und sollte), wird dabei übersehen.
  10. Rechtliche Bedenken. In den Nachrichten, bei Bekannten und Freunden ist immer wieder von rechtlichen Grauzonen, Horrorgeschichten über Abmahnungen, illegale Kontoabbuchungen und Verleumdungen die Rede. Um hier sicher zu gehen, sei es besser, sich dieser Gefahr nicht zu stellen. Ein realistischerer Blick tut Not – und ein Risiko ist eine Gefahr, die man kennt und auf die man sich vorbereiten kann.

Die typischen Ängste und Vorbehalte sind immer wieder persönlich bedingt. Diese Skepsis und Unsicherheit können nicht mit Grafiken, Statistiken oder Verkaufstricks überwunden werden. Nur im persönlichen Austausch und Miteinander ist das möglich –  und das braucht Zeit. Und es braucht eine crossmediale Verzahnung sowie zielgenaue Lösungen: Gerade im Social Media Bereich kann mit wenig bereits viel erreicht werden – und ein Unternehmen profitiert dabei in vielen Bereichen.

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2 Kommentare zu Die 10 Ängste vor Social Media

  1. Nicolas Reis sagt:

    Guter Post, vielen Dank dafür!
    In der Tat sind das wirklich sehr häufig genau die Punkte und Hürden, die wir in der täglichen Praxis von Organisationen hören.

    Das schöne ist, dass man mit ein wenig Mut und Hilfe noch gut in dem Thema starten kann. Auch wenn einige Organisationen schon sehr professionell sind, kann man noch gut aufschliessen. Dazu gilt es aber ein wenige Zeit (und vielleicht Geld) zu investieren. Denn eines ist mitttlerweile klar: Das Internet wird nicht mehr aus dem Fundraising wegzudenken sein.

    Gruß vom Altruja Team

    Nicolas Reis

  2. Joerg sagt:

    Hallo Herr Reis,
    Unternehmen und Non-Profit-Organisationen brauchen neben etwas Mut auch eine qualfizierte Unterstützung und Begleitung. Dabei ist unbedingt auf eine Verzahnung mit den vorhandenen Maßnahmen erforderlich. Hier sind wir als Agentur Zielgenau bisher eine der wenigen Fundraisingagenturen, die so arbeiten – und das mit nachhaltigem und belegbarem Erfolg.

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